Deutschland baut

„Wir brauchen in Deutschland bis 2020 pro Jahr mindestens 140.000 neue Mietwohnungen“, konstatierten Marcus Becker und Axel Gedaschko Anfang letzten Jahres auf einer Branchenveranstaltung. Der Vizepräsident Wirtschaft des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie und der Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen meinen damit vor allem kostengünstigen Wohnraum in den Ballungszentren. Der Gesamtbedarf wird jährlich auf ca. 400.000 Wohnungen geschätzt.

Wir brauchen insgesamt mindestens 350.000 neue Wohnungen pro Jahr.
Barbara Hendricks (Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit)

Die Summe der fehlenden Wohnungen im Zeitraum 2013-2030


Annahme: Das Wohnungsangebot steigt in diesem Zeitraum weiter so, wie es im Schnitt von 2011-2014 stieg.

Quelle: Prognos / Allianz, Eigene Berechnung Prognos VIEW

Die Binnenwanderung in die wirtschaftsstarken Ballungsräume, die Zuwanderung aus dem Ausland und der anhaltende Trend zu mehr Singlehaushalten haben in den Ballungsräumen eine Wohnungsnot produziert, der schnell entgegengewirkt werden muss. Deshalb hat zum Beispiel Berlin im Schnellverfahren eine neue Strategie erarbeitet, um die Stadtentwicklung den aktuellen Erfordernissen anzupassen: Die „BerlinStrategie 2.0“ sieht zwölf neue Quartiere mit insgesamt 50.000 zum größten Teil kostengünstigen Wohnungen vor. Damit soll dem hochdynamischen Wachstum begegnet werden: Nach aktueller Prognose wird die Bevölkerung in Berlin bis zum Jahr 2030 um 220.000 Personen zunehmen – auf dann 3,8 Millionen Einwohner.

Wohnungsbau im großen Maßstab

Quartiersentwicklung ist das Stichwort - auch für die anderen Ballungsräume wie München, Köln oder Hamburg. Verlassene Industrieareale oder noch freie Flächen im Umland werden identifiziert, beplant und bebaut - und das im großen Maßstab.

 

Allein auf der Website des Stadtplanungsamts München werden auf einer Karte 44 aktuelle Wohnbauprojekte ausgewiesen - eines davon ist Freiham, ein neuer Stadtteil im Münchner Westen für über 20.000 Menschen. Oder aber der Domagkpark, ein neues Stadtquartier im Norden von Schwabing, in dem 1.700 neue Wohnungen entstehen. Neben dem Bau von Hochpreisigem rückt dabei auch der soziale Wohnungsbau (wieder) in den Fokus. Mitte Mai titelte die Tagesschau "Trendwende geschafft?", als ein Bericht des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bau- und Wohnungswesen auswies, dass Bund und Länder 2016 eine Milliarde mehr für den sozialen Wohnungsbau ausgegeben haben als im Vorjahr. Der Wermutstropfen: Die Zahl der Sozialwohnungen insgesamt ist über die Jahre allerdings deutlich gesunken.

Berlin baut. Schwerpunkte des Wohnungsneubaus

© Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Referat I A, Stadtentwicklungsplanung Januar 2017

Bauen muss günstiger werden

Es wird gebaut – doch der Preis ist im wahrsten Sinne des Wortes hoch: Neben der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt und der hohen Nachfrage machen auch Vorschriften das Bauen teuer.

 

„Alle kostentreibenden Vorschriften müssen auf den Prüfstand, seien es Energieeinsparungs- und Lärmschutzstandards, Regelungen über Abstandsflächen oder die Bereitstellung von Stellplätzen wie auch Vorschriften zur Fassaden- und Dachbegrünung.“, fordern Becker und Gedaschko. Um den aktuellen Herausforderungen schnell, aber auch kostengünstig begegnen zu können, muss die Wohnungswirtschaft über passende Konzepte nachdenken. Serielles Bauen kann eine Lösung sein, um Kosten tragbar zu gestalten, gleichzeitig darf die Qualität nicht leiden, damit der neu geschaffene Wohnraum eine nachhaltige Bereicherung für die Bewohner und unsere Städte sein kann. Neben den Verantwortlichen in der Wohnungswirtschaft sind auch Hersteller aus der Bauindustrie gefordert, neue, intelligente und kostenmäßig tragbare Lösungen zu entwickeln, damit aus der akuten Problematik ein Gewinn für alle werden kann.

Während einige Hersteller aus dem Bau- und Ausstattungssektor die Entwicklung frühzeitig erkannt und die Wohnungswirtschaft als neue Zielgruppe identifiziert haben, sitzen andere noch in den Startlöchern.

 

Kompetenz-Teams und Außendienstmannschaften, die speziell die Wohnungswirtschaft angehen sollen, werden aufgebaut und in den Markt geschickt. Doch wer ist das eigentlich, die Wohnungswirtschaft? Für die Hersteller aus der Bauindustrie stehen Wohnungsunternehmen und Bauträger im Fokus. Aber auch die Haus- und Immobilienverwaltungen, die die Wohnungen instand halten, sind wichtige Akteure. Spezielle Unterlagen, die auf die Belange der (neu entdeckten) Zielgruppe eingehen, stellen Argumente wie Langlebigkeit, Energiesparen, Nachhaltigkeit, Service und serielle Lösungen in den Vordergrund. Und wo trifft man sie, die Wohnungswirtschaft? Die einschlägigen Branchenveranstaltungen gewinnen auch für Hersteller an Bedeutung. Aber es besteht auch der dringende Wunsch, selbst die Initiative zu ergreifen.

 

Weichen stellen

 

Das Potenzial für die Bauindustrie ist immens. Während auf dem Stellenmarkt händeringend nach qualifizierten Architekten gesucht wird, um die aktuellen Aufgaben zu bewältigen, müssen auch Hersteller die vom Markt gestellten Anforderungen bedienen. Auch wenn der Bauboom noch einige Zeit anhalten wird, müssen jetzt Weichen gestellt und Prozesse gestaltet werden. Als Branchenkenner und Spezialist ist gambit dafür der richtige Partner. Übergreifende Strategieentwicklung oder Erarbeitung geeigneter Kommunikationsmittel – wir beraten Sie, wie Sie die stark umworbene Zielgruppe der Wohnungswirtschaft erreichen und mit welchen Argumenten Sie sie überzeugen können.

 

 

Drei Fragen an Axel Gedaschko

Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilien- unternehmen

1. Mit welchen Konzepten begegnet die Wohnungswirtschaft dem hohen Wohnungsbedarf?

 

Der Wohnungsneubau muss durch ein positives Neubauklima vorangebracht werden. Gerade in den Ballungsregionen muss schnell und kostengünstig aber gleichzeitig qualitativ hochwertig gebaut werden. Nachverdichtung und Aufstockung müssen neu gedacht werden. Ein Lösungsansatz können auch neue Konzepte der Standardisierung beim Wohnungsbau sein, d.h. serielle Bauweise. Aber: Modularer Typenbau muss auf intelligente Weise eingesetzt werden – es darf nicht unter Druck der schwer vermietbare Wohnraum der Zukunft entstehen.

2. Welche sind die Fokusregionen mit dem höchsten Bedarf?


Das sind die Metropolregionen sowie die großen und mittelgroßen Universitätsstädte. 2015 lagen die Schwerpunkte des Wohnungsneubaus bei den GdW  

3. Wie können Hersteller aus der Baubranche den Herausforderungen begegnen und zu Partnern der Wohnungswirtschaft werden?


Die Herausforderung ist, hohe Qualität zu niedrigen Kosten zur Verfügung zur stellen. Es müssen zusammen alle Potentiale einer kooperativen Zusammenarbeit gehoben werden. Moderne, technisch sehr anspruchsvolle Gebäude bedürfen einer frühzeitigen Zusammenarbeit, eines „Bauteams“ aus Bauherr, Planer, Fachplaner und Baugewerken. Ein von Beginn an gemeinsam eingeschlagener Weg hat ein größeres Potential, das übergeordnete Ziel zu erreichen.

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